Bettina Obrecht – Die kleine Hexe Ida
Man muss einfach immer weiter lesen, um zu erfahren, wie es der neugierigen kleinen Hexe Ida ergeht, die ihr abgeschiedenes Hexendorf verlässt, um einmal die moderne Menschenwelt kennenzulernen, der die Hexen vor vielen Jahrhunderten den Rücken gekehrt haben, um der Hexenverfolgung zu entkommen.
Zusammen mit ihrem Menschenfreund Niklas möchte sie zudem herausfinden, ob die Menschen den Hexen noch immer feindlich gesonnen sind – und ihre Nachforschungen gestalten sich viel aufregender als erwartet!
Der Verlag nennt als Altersangabe ab 9 Jahren, was inhaltlich begründet ist (s.u.). An sich eignet sich dieses Buch jedoch auch wunderbar zum Vorlesen für jüngere Kinder ab ca. 7 Jahren, zumal es sich qua Gestaltung (Größe des Buches, Illustrationen,…) eher an Kirsten Boies Werken (Der kleine Ritter Trenk; Seeräuber Moses) für dieses Lesealter orientiert. Doch wie oben bereits angedeutet, bezieht das Buch seine Spannung aus der Tatsache, dass die „kleine Hexe“ hier nicht nur eine fiktive, „Buch-Hexe“ à la Preußler oder auch Baeten mit märchenhaften Zügen ist (obwohl dies Illustrationen und auch der Schreibstil über weite Strecken schon nahelegen), sondern der Geschichte eigentlich das geschichtliche Motiv der Hexenverfolgung zu Grunde liegt, wenn Ida in der Außenwelt nachschauen möchte, ob die Hexen auch heute noch verfolgt werden. Dieser Hintergrund an sich steht dem (Vor-)-Lesevergnügen für jüngere Kinder nicht im Wege, doch hat die Autorin in diesem Zusammenhang an einigen Stellen leider Worte wie „Scheiterhaufen“, „Folter“, „Ertränken“…. in den Text eingebaut – Dinge, über die man mit jüngeren Kindern m. M n. beim gemütlichen Vorlesen noch nicht gerne sprechen möchte. Lässt man diese Begriffe beim Vorlesen (die für die Handlung des Buches kaum eine Rolle spielen) jedoch weg und ändert jene Passagen „spontan“ dahingehend ab, dass die Hexen damals „nur“ verfolgt, gefangen,… wurden, ist es auch ein SUPER SPANNENDES Vor-Lesebuch.
(von Melanie Dietrich)

